Geschichtlicher Hintergrund Strohskulpturen Wettbewerb

Die Tradition des Strohhandwerks in Höchenschwand
Das Strohhandwerk hat in Höchenschwand eine lange und stolze Tradition, die bis ins Jahr 1850 zurückreicht. In diesem Jahr hatte Johann Kaiser hier eine Strohhutflechtschule gegründet, da das Flechten von Strohhüten für die Dorfgemeinschaft ein wichtiger Nebenerwerb war. Doch damit nicht genug – im Jahr 1866 erbaute Adolf Kaiser, Sohn von Johann Kaiser eine Strohhutfabrik im heutigen Sonnenhof, die den Handwerkszweig weiter förderte. Obwohl die Fabrik 1924 ihre Tore schloss, lebt die Tradition des Strohhandwerks bis heute in Höchenschwand weiter.


Der Strohskulpturen-Wettbewerb: Ein kreativer Wendepunkt
Mit der zunehmenden Kurkrise im Jahr 2000 und einem dramatischen Rückgang der Übernachtungszahlen in Höchenschwand von 450.000 auf 200.000, kam der Geschäftsführer des Kurhauses St. Georg und Vorstand des Kurvereins, Frank Porten, auf eine außergewöhnliche Idee: den Strohskulpturen - Wettbewerb. Inspiriert von dem Holzskulpturen-Wettbewerb in St. Blasien und den Strohfiguren, die er während einer Urlaubsreise in Heuberg gesehen hatte, entschloss er sich, diese Idee in Höchenschwand zu verwirklichen umso wieder Gäste nach Höchenschwand zu locken.


Unterstützt wurde er dabei von Bürgermeister Werner Rautenberg, Helga Baumgartner, der Vorsitzenden der Landfrauen, sowie dem damaligen Kurgeschäftsführer Werner Ebner. Auch Ralf Grundler, Geschäftsführer des Bauernmarktes in Frohnschwand, war sofort begeistert, sodass Frohnschwand als Veranstaltungsort gewählt wurde.


Ein Geheimnis, dass die Besucher fasziniert
Der erste Strohskulpturen-Wettbewerb fand im Jahr 2001 statt und ist seitdem ein fester Bestandteil der Höchenschwander Kultur. Die beeindruckenden Skulpturen werden monatelang in strengster Geheimhaltung von den örtlichen Vereinen in Scheunen und Schuppen auf dem Höchenschwander Berg gefertigt. Erst nach Abschluss der Arbeiten dürfen die fertigen Kunstwerke von den Besuchern bestaunt werden.


Ein unvergessliches Erlebnis
Die Ausstellung der Strohskulpturen ist für sechs Wochen für die Öffentlichkeit zugänglich und zieht zahlreiche Besucher an. Die Eröffnung wird feierlich von den örtlichen Musikvereinen eröffnet, was die Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis macht.


Besucher haben zudem die Möglichkeit, ihre Lieblingsskulptur mittels einer Stimmkarte zu wählen und an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Die Sieger-Skulptur wird bei der festlichen Prämierung gekürt, was jedes Mal für Spannung und Begeisterung sorgt. Der Gewinner erhält einen Wanderpokal, den er zwei Jahre lang behalten darf.


Der Strohskulpturen-Wettbewerb in Höchenschwand hat sich nicht nur als regionales Highlight etabliert, sondern zieht auch die Aufmerksamkeit von Fernsehsendern und Magazinautoren auf sich, die über dieses besondere Ereignis berichten.


Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt und bleibt ein faszinierendes Ereignis, das die Tradition des Strohhandwerks aufleben lässt und die kulturelle Vielfalt sowie die Kreativität der Region würdigt.